Schuld lässt sich erstaunlich gut organisieren.
Sie wird verteilt, weitergereicht, begründet und gelegentlich sogar vererbt.
Manche Menschen tragen Verantwortung für Dinge, die sie niemals entschieden haben. Andere erklären ihre Entscheidungen zu unvermeidbaren Umständen.
Beides funktioniert.
Denn Schuld ist nicht ausschließlich eine Frage des Handelns.
Sie ist auch eine Frage der Deutungshoheit.
Wer bestimmt, was geschehen ist, bestimmt häufig auch, wer dafür verantwortlich gemacht wird.
Und manchmal wird ein Mensch so lange um Entschuldigung gebeten, bis er selbst glaubt, eine schuldig zu sein.

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